Was ist Astrologie?

Woher kommt die Astrologie

Mythos Astrologie

Obwohl bekämpft und verleumdet, ist die Faszinationskraft der Astrologie nach wie vor ungebrochen. Als Wissenschaft ist sie bereits viele tausend Jahre alt und geht auf die antiken Kulturen Ägyptens, Babyloniens und Assyriens zurück, wo sie eine Hochblüte erfuhr. Sie hat alle Epochen überdauert und ist auch heute noch in den meisten Kulturen feste Praxis.

Wie funktioniert Astrologie?

Das Wort „Astrologie“ setzt sich dabei aus dem griechischen „astron“ für „Stern“ sowie „logos“ für „Geist“ zusammen. Die Astrologie basiert auf der Himmelsbeobachtung, wobei die Stellung der Gestirne mit den Geschehnissen auf der Erde nach dem Prinzip der Analogie in Zusammenhang gebracht wird. Dabei werden ausschliesslich die Sonne und der Mond, Merkur, Venus, Mars, Jupiter, Saturn, Uranus, Neptun und Pluto in die Beobachtung mit einbezogen. Die Astrologie als Studium der Planetenbewegungen und Gestirne sowie ihrer Wechselwirkungen ist eine Art Spiegelbild für irdische Vorgänge. Es handelt sich bei der Astrologie konkret um eine philosophische Symbolsprache, da Gestirnen energetische Kräfte zugeschrieben werden. Im Unterschied zu der Astronomie, die die rein physikalischen Geschehnisse am Himmel beobachtet, geht die Astrologie somit einen Schritt weiter, indem sie den Planeten und Gestirnen symbolische Qualitäten zuschreibt. Zu den Grundannahmen der Astrologie gehört nämlich die Vorstellung, dass die Zeit im Raum qualitativ unterschiedlich ist und es daher auf der Hand liegt zu untersuchen, welche Zeit von welcher Qualität geprägt sein wird. Dabei gilt der Grundsatz: „Wie oben so auch unten“ - wie im Himmel so auch auf der Erde, die Bewegung der Gestirne als Abbild der Geschehnisse auf Erden.

Analogie-Denken

Ferner geht die Astrologie davon aus, dass eine universale Verwandtschaft und Analogie zwischen Dingen besteht, die an und für sich nicht der gleichen Kategorie angehören. Deswegen werden beispielsweise einzelnen Sternzeichen Dinge zugeordnet, die auf den ersten Blick zwar nichts mit der Person zu tun haben, die aber dennoch passen. Theoretisch gibt es in diesem Mikro-Makro-Kosmos daher auch andere Betrachtungsebenen, um Zeitqualitäten zu bestimmen und vor allem archaische Völker praktizieren sie noch heute. Die Himmelskörper sind dabei für Deutungsversuche aber besonders gut geeignet, weil sie von äusseren Einflüssen fast unberührt bleiben. Die energetischen Kräfte der Planeten sind entgegen herkömmlicher Meinung dabei eher Anzeiger für Zeitqualitäten als determinierende Einflüsse. Einzelne Planeten sowie Sonne und Mond stehen dabei für bestimmte Qualitäten wie Aggression, Harmonie oder Energie, die in der jeweiligen Zeit dominieren.

Philosophie der Selbstentfaltung

Lange war die Astrologie gemeinsam mit der Astronomie eine anerkannte Wissenschaft. Erst die Aufklärung verbannte sie in den Bereich des Mythischen, denn die energetischen Prinzipien, die die Astrologie voraussetzt, galten als „unwissenschaftlich“. Doch an Strahlkraft hat die Astrologie trotz dieser Verunglimpfung nichts eingebüsst. Menschen zu allen Zeiten beschäftigten sich mit Astrologie oder suchten in der Deutung der Himmelsbewegungen Rat. Auch heute noch ist die Bannkraft der Astrologie daher ungebrochen. Im Gegensatz zu früheren Lehrarten, die wesentlich die Bestimmung und das Schicksal des Menschen durch die Sterne ins Zentrum stellten und von Prädestination und unausweichlichem Schicksal ausgingen, stehen heute in der Astrologie aber mehr das Individuum, seine Anlagen und sein Entwicklungspotenzial im Mittelpunkt. Die Astrologie mit ihrer Symbolsprache der Planetenbewegungen und den Qualitäten, die sie anzeigen, ist dabei ein philosophisches Deutungsmuster, um dem Menschen zu voller Selbstentfaltung zu verhelfen. Obwohl eine Waage eine Waage bleibt und kein Stier ist, so ist es trotz dieser natürlichen Gegebenheiten möglich, Menschen zu helfen, ihr volles Potenzial im Rahmen ihrer Möglichkeiten durch die Analyse der herrschenden Qualitäten auszuschöpfen. Die Astrologie bildet dabei ein philosophisches Gerüst, eine Steighilfe, um dieses Ziel zu erreichen. Die Astrologie ist im Grunde daher eine Philosophie der Selbstentfaltung.

Astrologie und Psychologie - eine fruchtbare Symbiose

„Die moderne Astrologie nähert sich mehr und mehr der Psychologie und klopft bereits vernehmlich an die Pforten der Universitäten.“ Dieser 50 Jahre alte Satz stammt von keinem Geringeren als C.G. Jung. In seiner Aussage hält er programmatisch fest, dass Astrologie und Psychologie miteinander in Zusammenhang stehen. Tatsächlich hat sich die Astrologie mehr zum Individuum hin bewegt und nimmt statt einem unentrinnbaren Schicksal die Entwicklungspotenziale, Anlagen und Möglichkeiten eines Menschen in den Blickpunkt. In diesem Zusammenhang wird von psychologischer Astrologie gesprochen. Über die Psychologie hinaus verfügt die Astrologie dabei über Instrumente der Symbolsprache, die es ermöglichen, Zeitqualitäten und Potenziale zu beschreiben. Das Horoskop, das gemäss der Zeit und dem Ort der Geburt eines Menschen erstellt wird, stellt daher quasi mittels der Sprache der Gestirnkonstellationen eine Landkarte dar, die die Anlagen und Potenziale eines Menschen widerspiegelt. Selbstverständlich muss die Symbolsprache der Planeten dabei konkret und verständlich übersetzt werden, um diese symbolische Landkarte nutzbar zu machen. Diesen Erfordernissen wiederum ist die Psychologie dienlich.

Die Symbiose von Astrologie und Psychologie ist deswegen äusserst fruchtbar. Mit dem Blick auf die Erkenntnisse der Psychologie kann die psychologische Astrologie den Menschen umfassend betrachten und aufgrund ihrer Symbolsprache Lösungen für Problemfelder finden, die nicht möglich wären, wenn die Psychologie getrennt betrachtet würde. Daher bildet die psychologische Astrologie einen wertvollen Beitrag, die der ganzheitlichen Heilung des einzelnen Menschen dienen kann. Die psychologische Astrologie bietet jedoch ein weiteres wichtiges Instrument, um die Entwicklung des Menschen in positive Bahnen zu lenken: Sie ist in der Lage, Zeitqualitäten zu beschreiben. Indem sie in der Lage ist zu beschreiben, welche Prinzipien in welchen Lebensabschnitten am stärksten wirken, ermöglicht sie eine intensive Auseinandersetzung mit anstehenden Fragen, die eine Persönlichkeitsentwicklung zur Folge haben können. Die Beleuchtung von Lebensabschnitten unter diesem Gesichtspunkt erlaubt zum einen, mehr Verständnis für reale Gegebenheiten aufzubringen und zum anderen, auch besser mit diesen fertig zu werden.

Damit schliesst sich der Kreis der Grundannahme, dass die Astrologie eine Philosophie der Selbstentfaltung ist. In diesem Sinne steht sie voll im Dienste des Menschen.